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Die Renommiertesten Winzer der Region
Tenuta dell’Ornellaia-Masseto
Marchesi Antinori Tignanello
Tenuta San Guido Sassicaia
Tenuta Luce Luce Ausverkauft
Tenuta Luce LaVite Lucente
Terroir: Das Fundament der toskanischen Identität
Die Topografie der Toskana ist ein fein gegliedertes Zusammenspiel aus Hügelketten, Plateaus und kühlen Hochlagen. Was optisch als „Postkartenlandschaft“ wahrgenommen wird, ist für den Weinbau ein präzises Instrument: Exposition, Höhenlage und Durchlüftung werden gezielt genutzt, um Reife, Frische und Struktur zu steuern.
Das Klima ist klar mediterran:
•warme Sommer,
•gut belüftete Hanglagen,
•deutliche Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht.
Diese Konstellation ist entscheidend dafür, dass Sangiovese und internationale Rebsorten gleichermaßen physiologisch reif werden, ohne an Spannung zu verlieren.
Die Böden reichen von Ton und Kalk über Alberese und Galestro bis hin zu sandigen und schwemmlandgeprägten Lagen in Küstennähe. Jede Bodenart wirkt direkt auf Stilistik und Struktur der Weine:
•Ton begünstigt Kraft, Volumen und Tanninreife,
•kalkhaltige Substrate schärfen die Säurelinie,
•steinige, skelettreiche Böden unterstützen eine straffe, mineralisch wirkende Textur.
Höhenlagen von über 500 Metern verlängern die Vegetationsperiode. Insbesondere Sangiovese profitiert davon mit differenzierter Aromatik, klar gezeichnetem Tanningerüst und stabiler Säure.
Terroir ist in der Toskana kein abstraktes Schlagwort, sondern ein steuerbarer Parameter. Winzer reagieren auf Bodenschichtwechsel, Hangneigung und Luftströme mit konkreten Entscheidungen bei Rebsortenwahl, Pflanzdichte, Lesezeitpunkt und Ausbau. Das Ergebnis ist ein breites Spektrum an Weinstilen, das dennoch einer gemeinsamen, deutlich toskanischen Struktur folgt.
Rebsorten: Autochthone Charakterträger
Autochthone Sorten
Die Toskana wird klar von Sangiovese geprägt. In den klassischen Hügelzonen entwickelt die Sorte:
•ein klares, oft feinmaschiges Tanningerüst,
•leuchtende rote Frucht (Kirsche, Hagebutte, teils Sauerkirsche),
•eine tragende, aber nie zufällige Säure.
Je nach Herkunft und Klon trägt Sangiovese unterschiedliche Namen:
•Brunello in Montalcino,
•Prugnolo Gentile in Montepulciano.
Daneben ergänzen weitere traditionelle Sorten das sensorische Profil der Region:
•Canaiolo – weichere Gerbstoffe, klassischer Partner im Chianti-Verschnitt, erhöht die Zugänglichkeit.
•Colorino – intensiver Farbaustrag, würzige Noten, wichtig für Tiefenstruktur und Dichte.
•Trebbiano Toscano & Malvasia Bianca – insbesondere relevant für Weißwein und traditionelle Süßwein- bzw. Vin-Santo-Stile.
•Vernaccia di San Gimignano – historisch bedeutender Weißwein mit eher linearer, mineralischer Ausrichtung.
Internationale Rebsorten
Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot vor allem entlang der Küste (z. B. Bolgheri, Maremma) an Bedeutung gewonnen. In diesen maritim geprägten Zonen entstehen die Super-Toskaner, die heute als einige der präzisesten und international angesehensten Rotweine Italiens gelten.
Im Weißweinsektor wird punktuell mit Chardonnay und Pinot Grigio gearbeitet, meist in kühleren, gut durchlüfteten Lagen, um eine klare, trockene und strukturierte Stilistik zu erzielen.
Produktion: Dimension und Qualitätsfokus
Die Weinproduktion der Toskana liegt bei rund 2,4 Millionen Hektolitern jährlich (je nach Jahrgang leicht variierend).
Profil zentraler Spitzenweingüter der Toskana
Marchesi Antinori
Die Familie Antinori ist seit 1385 im Weinbau aktiv und zählt zu den einflussreichsten Akteuren der italienischen und internationalen Weinszene.
•Stärken: Verbindung aus Tradition, klonaler Forschung und moderner Kellertechnik.
•Ikonische Weine: Tignanello, Solaia – Referenzen im Segment toskanischer Spitzen-Cuvées.
•Philosophie: Klarheit beim Sangiovese, gezielte Experimentierfreude bei internationalen Sorten; Terroirinterpretation statt vordergründiger Effekte.
Tenuta San Guido
Die Tenuta San Guido in Bolgheri schuf mit Sassicaia einen Wein, der die bis dahin dominierenden Muster toskanischer Rotweine aufbrach.
•Stilistik: Kraftvoll, seidig, strukturiert, mit hohem Reifepotenzial.
•Einfluss: Sassicaia gilt als Wegbereiter der Super-Toskaner und hat die internationale Wahrnehmung der Region nachhaltig verschoben – weg von rein traditionellen DOCG-Schemata, hin zu terroirbetonten IGT-Weinen.
Case Basse
Case Basse in Montalcino steht für eines der stringentesten Qualitätskonzepte Italiens.
•Philosophie: Fokus auf Mikrolagen, minimale Intervention, extrem niedrige Erträge.
•Produktion: Rund 15.000 Flaschen jährlich, ausschließlich Brunello, strikt terroirgebunden.
•Profil: Weine mit außergewöhnlicher Präzision, hoher struktureller Spannung und klarer Herkunftssignatur.