Reife, dunkelblaue Trauben hängen an einer knorrigen Rebe unter lichtdurchfluteten Blättern.

Nero d’Avola

Kaum eine Rebsorte verkörpert die Identität Siziliens so eindrucksvoll wie Nero d’Avola. Sie ist das kraftvolle Rückgrat der Inselweine, Symbol für eine Region, die zwischen Sonne, Meer und vulkanischem Boden.

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      Nero d’Avola – Siziliens prägende Rotweinrebsorte

      Nero d’Avola gilt als die zentrale Rotweinrebsorte Siziliens und steht wie kaum eine andere für die weinbauliche Identität der Insel. Kraftvoll, dunkel und zugleich überraschend ausgewogen, spiegelt sie das Zusammenspiel aus mediterranem Klima, kargen Böden und jahrhundertelanger Weinbautradition wider. Als sortenreiner Nero d’Avola ebenso wie in renommierten Cuvées hat sich die Rebsorte vom einstigen Verschnittwein zu einem international anerkannten Qualitätswein entwickelt.

      Herkunft und historische Einordnung

      Der Name Nero d’Avola – „der Schwarze aus Avola“ – verweist auf seinen Ursprung im Südosten Siziliens, unweit von Syrakus. Schriftliche Hinweise auf den Anbau reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Über lange Zeit wurde die Sorte vor allem wegen ihrer intensiven Farbe, ihres Alkoholpotenzials und ihrer Struktur geschätzt und diente häufig zur Aufwertung leichterer Weine aus anderen Regionen.

      Erst ab den späten 1980er-Jahren setzte ein grundlegendes Umdenken ein. Mit reduzierten Erträgen, moderner Kellertechnik und einem klaren Fokus auf Herkunft begann der qualitative Aufstieg. Nero d’Avola wurde zunehmend als eigenständiger Premium-Rotwein verstanden – ein Wendepunkt, der das Bild Siziliens als ernstzunehmende Weinregion nachhaltig prägte.

      Terroir, Klima und Anbauzonen

      Nero d’Avola ist heute nahezu flächendeckend auf Sizilien vertreten. Besonders prägende Herkunftsgebiete liegen im Südosten rund um Noto, Pachino, Vittoria und Ragusa sowie in den zentralen Zonen von Agrigento und Caltanissetta.

      Das mediterrane Klima mit heißen, trockenen Sommern und milden Wintern kommt der spät reifenden Sorte entgegen. Kalkhaltige Tonböden, kalk-lehmige Untergründe und vereinzelt vulkanische Einflüsse sorgen für unterschiedliche stilistische Ausprägungen. In höher gelegenen Weinbergen mit kühlen Nachtstunden entstehen Nero-d’Avola-Weine mit mehr Frische, feinerer Aromatik und präziser Struktur. Diese Lagen gewinnen zunehmend an Bedeutung, nicht zuletzt im Kontext des Klimawandels, da die Rebsorte Hitze und Trockenheit außergewöhnlich gut toleriert.

      Rebsortenprofil und sensorischer Charakter

      Nero d’Avola ist eine spät reifende Rotweinsorte mit dickschaligen, stark pigmentierten Beeren. Sie bringt tiefdunkle Weine mit markanter Frucht, mittlerem bis kräftigem Körper und präsenten, meist reifen Tanninen hervor. Typische Aromen sind schwarze Kirsche, Pflaume und Brombeere, ergänzt durch würzige Noten, Lakritz, Kakao und mediterrane Kräuter.

      Qualitativ hochwertige Nero d’Avola-Weine zeichnen sich durch eine bemerkenswerte Balance aus: Die natürliche Säure verleiht Frische und Spannung, während die sonnige Reife für Dichte und Volumen sorgt. Je nach Ausbau – im Edelstahltank oder im Holzfass – reicht das Spektrum von saftig-fruchtbetonten Stilistiken bis hin zu komplexen, lagerfähigen Rotweinen mit Tiefgang.

      Stilistik und Vinifikation

      Die heutigen Weinstile sind vielfältig und klar herkunftsgeprägt:
      Sortenreiner Nero d’Avola betont die authentische Charakteristik der Rebsorte – dunkel, strukturiert und mediterran.
      Cuvées, insbesondere mit Frappato, wie im Cerasuolo di Vittoria DOCG, zeigen eine leichtere, floralere Interpretation.
      Holzgereifte Spitzenweine setzen auf Präzision statt Opulenz und kombinieren Konzentration mit Eleganz.

      Moderne sizilianische Weingüter wie Planeta, Donnafugata, Feudo Montoni oder Tasca d’Almerita haben entscheidend dazu beigetragen, Nero d’Avola als hochwertigen, terroirbezogenen Rotwein international zu etablieren.

      Ertrag, Lese und Qualitätsmanagement

      In qualitätsorientierten Betrieben liegen die Erträge meist zwischen 70 und 90 Hektoliter pro Hektar. Die Lese erfolgt in der Regel zwischen Ende September und Anfang Oktober. In höher gelegenen oder exponierten Lagen wird bewusst später gelesen, um phenolische Reife und Säurestruktur in Einklang zu bringen – ein Schlüsselfaktor für die Qualität moderner Nero-d’Avola-Weine.

      Wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung

      Mit rund 15.000 Hektar Rebfläche ist Nero d’Avola die wichtigste Rotweinsorte Siziliens. Jährlich werden mehrere Dutzend Millionen Flaschen produziert – vom zugänglichen Alltagswein bis zur streng limitierten Einzellage. Damit ist Nero d’Avola nicht nur wirtschaftlich relevant, sondern auch das internationale Aushängeschild des sizilianischen Weinbaus.

      Stilistische Einordnung im internationalen Kontext

      Häufig wird Nero d’Avola mit Syrah verglichen, insbesondere aufgrund seiner dunklen Frucht und würzigen Tiefe. Im Unterschied dazu bleibt Nero d’Avola jedoch klar mediterran geprägt, mit weicherer Textur und balsamischem Nachhall. Auch strukturelle Parallelen zu Cabernet Sauvignon sind erkennbar, doch wirkt Nero d’Avola in der Regel zugänglicher und weniger von strenger Tanninarchitektur dominiert.

      Referenzweine und qualitative Maßstäbe

      Mehrere Abfüllungen haben sich als stilprägend etabliert:
      Donnafugata „Mille e una Notte“ – komplex, elegant und international anerkannt
      Feudo Montoni „Lagnusa“ – fokussiert auf Herkunft, Balance und Authentizität
      Tasca d’Almerita „Rosso del Conte“ – historische Ikone des modernen sizilianischen Rotweinstils

      Diese Weine zeigen exemplarisch, welches qualitative Potenzial in Nero d’Avola steckt, wenn Terroir, Ertragsmanagement und Ausbau präzise aufeinander abgestimmt sind.

      Zwei Menschen stoßen im Weinberg mit Weinflaschen an und lächeln sich herzlich an.

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      Träne der Olive