Saftig grüne Trauben hängen dicht an der Rebe, umgeben von Blättern und trockenem Boden darunter.

Malagousia

Es gibt Rebsorten, die fast in Vergessenheit geraten wären – und solche, die sich aus dem Schatten zurück ins Rampenlicht gearbeitet haben. Malagousia gehört zweifellos zur zweiten Kategorie.

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              Herkunft und Verbreitung

              Malagousia – häufig auch Malagouzia geschrieben – gilt heute als eine der spannendsten weißen Rebsorten Griechenlands. Ihr Ursprung liegt nicht in den bekannten Weinzentren des Landes, sondern in Zentralgriechenland, genauer in Aitolo-Akarnanien nahe Nafpaktia. Von dort aus hat sie sich, begünstigt durch ihre Renaissance in den letzten Jahrzehnten, in mehrere Weinregionen ausgebreitet: nach Makedonien (u. a. Epanomi, Amyndeon), auf Teile des Peloponnes sowie nach Thessalien.

              Entscheidend für ihre Qualität sind Standorte mit moderater Wärme und gut drainierten Böden. Besonders geeignet sind sandige bis kiesige Lagen mit kalkhaltigem Untergrund, weil sie die Sortenaromatik präzise herausarbeiten und gleichzeitig Frische bewahren. In den kühleren nördlichen Zonen wie Epanomi zeigt Malagousia eine straffere, eher kräuterwürzige Ausprägung; weiter südlich treten reifere, exotisch-fruchtige Noten stärker hervor. Man kann deshalb sagen: Malagousia reagiert sensibel auf ihr Terroir – und genau das macht sie für ambitionierte Betriebe so interessant.

              Wiederentdeckung und weinbauliche Bedeutung

              Noch in den 1970er-Jahren stand die Sorte faktisch vor dem Verschwinden. Erst die Arbeit des Agronomen Vassilis Logothetis, der überlebende Rebstöcke in Nafpaktia identifizierte, legte den Grundstein für eine Rückkehr. Den eigentlichen Impuls lieferte jedoch Vangelis Gerovassiliou, damals eng verbunden mit dem Weingut Porto Carras in Nordgriechenland. Er erkannte, dass Malagousia weit mehr sein kann als eine regionale Kuriosität, und begann, sie systematisch zu vinifizieren und klonselektioniert zu vermehren.

              Damit wurde Malagousia zu einem Beispiel dafür, wie moderner griechischer Weinbau funktioniert: über Forschung, Selektion, Qualitätsfokus – und über das Bewusstsein, dass autochthone Sorten ein Profil liefern, das internationale Rebsorten so nicht bieten. Heute zählt Malagousia zu den prägenden weißen Sorten des Landes und steht sinnbildlich für den Schritt Griechenlands vom Massenwein zur qualitätsorientierten Herkunft.

              Sortencharakter und Aromatik

              Malagousia gehört zu den klar aromatisch geprägten Weißweinsorten. Typisch sind Noten von weißen Blüten, Steinobst (Pfirsich, Aprikose), Zitrusfrucht und – je nach Herkunft und Ausbau – dezenten Kräutern oder Muskatanklängen. Wichtig ist dabei das Zusammenspiel: Gute Weine aus Malagousia wirken nie parfümiert, sondern zeigen ein ausgewogenes Verhältnis von Frucht, Frische und Textur.

              Edelstahl-geprägter Stil: glasklar, fruchtbetont, sehr sauber, ideal um die Primäraromen der Sorte zu zeigen.
              Hefelager oder partielles Holz: mehr Volumen, leicht cremige Textur, längerer Nachhall, teilweise feine Würze.
              Spät- oder edelsüße Varianten: konzentriert, hocharomatisch, aber auf eine tragende Säure angewiesen.

              Gerade diese steuerbare Stilistik macht die Sorte für Winzer attraktiv – sie lässt sich sowohl modern, präzise und kühlfruchtig ausbauen als auch etwas gehaltvoller für gastronomische Kontexte.

              Produktion, Ertrag und Lesezeitpunkt

              Die Anbaufläche liegt heute bei rund 3.000 Hektar in Griechenland – und sie wächst weiter, weil die Sorte im Markt ankommt und sowohl regionale Betriebe als auch renommierte Weingüter sie in ihre Linien integrieren. Malagousia ist allerdings keine Sorte, die hohe Erträge „verzeiht“. Wird sie zu großzügig belastet, verliert sie an aromatischer Tiefe und wirkt schnell beliebig. Deshalb begrenzen Qualitätsbetriebe den Ertrag in der Regel auf etwa 35–45 hl/ha.

              Geerntet wird zumeist zwischen Ende August und Anfang September. In höheren oder windoffenen Lagen verschiebt sich die Lese nach hinten, um eine vollständige physiologische Reife bei gleichzeitig moderater Säuredegradation zu sichern. Der Lesezeitpunkt ist entscheidend: zu früh – und die Weine werden dünn und rein zitrisch; zu spät – und die Sorte verliert an Spannung.

              Vergleich und mögliche Verwandtschaft

              Im Glas erinnert Malagousia manche Verkoster an eine etwas weniger „laute“ Variante von Sauvignon Blanc – vor allem, wenn sie aus kühleren Lagen stammt und eher auf Zitrus, Kräuter und helle Frucht setzt. Zugleich gibt es Hinweise auf eine genetische Nähe zu Malvasia-Typen, was angesichts der floralen und muskatigen Untertöne plausibel wirkt, allerdings wissenschaftlich noch nicht abschließend belegt ist. Gemeinsam ist diesen Sorten, dass sie ihr Herkunftsmilieu gut transportieren und in warmen Regionen schnell ins Überreife kippen können – ein weiterer Grund, warum sorgfältige Lese und Ertragssteuerung so wichtig sind.

              Maßstabsetzende Erzeuger

              Als Referenz gilt nach wie vor der Malagousia von Ktima Gerovassiliou, weil er die Rebsorte frühzeitig auf ein internationales Niveau gehoben hat – präzise Frucht, stets balanciert, immer mit Herkunftsbezug. Ebenfalls beachtenswert sind Interpretationen von Domaine Zafeirakis, Ktima Biblia Chora oder Alpha Estate. Diese Weingüter zeigen, dass Malagousia sowohl in maritimer Prägung als auch im kühleren Nordgriechenland funktioniert – allerdings jeweils mit eigener Tonalität und klar erkennbarem Betriebsstil. So entsteht ein Spektrum an Malagousia-Weinen, das für den Markt spannend bleibt und nicht in Austauschbarkeit mündet.

              Bedeutung für den modernen griechischen Weinbau

              Malagousia hat eine kommunikativ starke Geschichte: fast verschwunden, wiederentdeckt, qualitätsorientiert aufgebaut. Das passt ideal zur aktuellen Positionierung Griechenlands als Herkunftsland mit eigenständigen, autochthonen Sorten. Gleichzeitig liefert die Sorte das, was der Markt verlangt: Aromatik, Frische, Wiedererkennbarkeit. Dass sie zudem unterschiedliche Terroirs abbilden kann, macht sie für Regionen interessant, die ihr Profil noch schärfen wollen.

              Zwei Menschen stoßen im Weinberg mit Weinflaschen an und lächeln sich herzlich an.

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