Schwere, dunkel gefärbte Trauben hängen an verzweigten Reben, umgeben von herbstlichen Blättern.

Sangiovese

Sangiovese gehört zu den ältesten kultivierten Rebsorten Italiens und ist seit Jahrhunderten fest mit dem Weinbau Mittelitaliens verbunden. Erste schriftliche Hinweise finden sich Ende des 16.

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        Anbaugebiete & Terroir – Wo Sangiovese seine Identität entfaltet

        Auch wenn Sangiovese heute in vielen Regionen Italiens zu finden ist, bleibt die Toskana sein Referenzpunkt. Die Rebsorte reagiert sensibel auf Böden, Höhenlage und Mikroklima – deshalb unterscheiden sich Stilistik und Qualität je nach Herkunft oft deutlich.

        Chianti Classico
        In den Hügeln zwischen Florenz und Siena dominieren Galestro-Böden – ein brüchiger, schieferhaltiger Mergel. Er sorgt für gute Drainage und moderat nährstoffversorgte Reben. Das Ergebnis sind meist Weine mit:
        entscheidend für Mundgefühl, Reifepotenzial und Speisenbegleitung
        ausgeprägter Frische
        straffer Säurestruktur
        klarer, roter Frucht

        Montalcino
        Rund um Montalcino trifft Galestro auf kalkhaltige Alberese-Böden. Diese Kombination, zusammen mit Höhenlagen und starken Tag-Nacht-Unterschieden, bildet die Basis für Brunello di Montalcino. Typisch sind:
        hohe Tanninstruktur
        Langlebigkeit
        komplexe Aromenschichten, die Zeit benötigen

        Emilia-Romagna & Marken

        Außerhalb der Toskana stehen Sangiovese-Reben häufig auf lehmigeren Böden. Hier entstehen eher zugängliche, fruchtbetonte Weine, die weniger auf maximale Struktur und mehr auf Trinkfluss setzen. Diese Varianten lassen sich oft früher genießen und sprechen ein breiteres Publikum an.

        Sangiovese treibt früh aus und reift spät. Er ist auf lange, stabile Vegetationsperioden angewiesen, ohne extreme Hitze. Die besten Ergebnisse stammen daher aus Lagen, in denen:
        Wärme
        Höhenlage
        gute Ventilation
        Ventilation
        und deutliche Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht

        in ein ausgewogenes Verhältnis gebracht werden.

        Ampelographische Eigenschaften – Die „DNA“ des Sangiovese

        Sangiovese besitzt dünnschalige Beeren, was ihn anfällig für Fäulnis und Krankheiten machen kann. Gleichzeitig ist genau diese Eigenschaft mitverantwortlich für:
        eine eher transparente, mittelkräftige Farbe
        eine markante, frische Säure
        griffige, aber bei kontrolliertem Ertrag feinkörnige Tannine

        Die Rebsorte gilt als ausgesprochen terroirsensibel. Klonwahl, Pflanzdichte und Ertragssteuerung beeinflussen Stil und Qualität stark. Je nach Ansatz des Winzers reicht die Bandbreite von einfachen, unkomplizierten Alltagsweinen bis hin zu tiefgründigen Lagenweinen mit jahrzehntigem Reifepotenzial.

        Aromenprofil – Typisch, aber nicht uniform

        Sangiovese besitzt ein wiedererkennbares Aromengerüst, das sich je nach Region, Ausbau und Reifegrad unterschiedlich ausprägt. Typische Noten sind:
        helle bis dunkle Kirschen
        rote Pflaume
        getrocknete Kräuter, Kräutertee
        Tomatenblatt, dezente Erdigkeit

        Mit Flaschenreife erweitert sich das Spektrum häufig um:
        Tabak
        Leder
        getrocknete Kräuterwürze
        dezent balsamische Töne

        Entscheidend ist: Sangiovese soll nicht über Fruchtfülle definiert werden, sondern über Frische, Struktur und Kräuterwürze. Überreife, marmeladige Weine passen stilistisch nicht zu dieser Rebsorte und wirken schnell unausgewogen.

        Ertrag – Qualität

        Mit rund 65.000–70.000 Hektar gehört Sangiovese zu den meistangebauten Rotweinsorten Italiens.

        Zwei Menschen stoßen im Weinberg mit Weinflaschen an und lächeln sich herzlich an.

        Über uns

        Träne der Olive