Versandfrei ab 90€ (DE)
Mega Spileo Rosé
Miraval Côte de Provence
Wine Art Estate Techni Alipias Rosé
Ktima Gerovassiliou Xinomavro Rosé
Idylle d'Achinos Rosé
Domaine Papagiannakos Granatus
Domaine Costas Lazaridis Rosé
Alpha Estate Xinomavro Rosé Single Vineyard Hedgehog
Direktpressung – Klarheit und Finesse
Bei der Direktpressung werden rote Trauben unmittelbar nach der Lese gepresst; Hautkontakt ist nur rudimentär vorhanden. Das ergibt helle Farben, sehr niedrige Phenolik, präzise Säureführung und einen feinfruchtigen, geradlinigen Stil – typisch für die Provence und viele Premium-Rosés aus Frankreich.
Kurze Maischestandzeit
Die Kaltmazeration (2–20 Stunden bei ca. 15–20 °C) erlaubt dosierte Farb- und Aromaextraktion. Nach dem Abpressen wird der Most vorgeklärt und kühl vergoren – methodisch nahe an der Weißweinbereitung, mit mehr Dufttiefe und Textur als bei der Direktpressung, solange Temperatur und Dauer präzise kontrolliert werden.
Saignée-Verfahren – Konzentration und Struktur
Beim Saignée („Abbluten“) entnimmt man einem Rotweinansatz Most, der separat zu kräftigerem Rosé vergoren wird. Das liefert Farbe, Viskosität und griffige Struktur – verbreitet u. a. in Bordeaux, der Toskana und Teilen Spaniens. Entscheidend ist, den Frischekern zu erhalten; sonst droht „kleiner Rotwein“ ohne Spannung.
Gärung, Ausbau und Stilistik
•Vergärung: zumeist kühl und reduktiv bei 12–18 °C zur Bewahrung der Primärfrucht.
•Ausbau: überwiegend Edelstahl; Feinhefelager (Wochen bis wenige Monate) verleiht Cremigkeit, Dichte und Länge.
•Holz: sparsam und neutral eingesetzt, um Struktur zu geben statt aromatisch zu überformen.
•Malolaktik (BSA): bei hochwertigen, spannungsbetonten Rosés meist unterdrückt; punktuell sinnvoll, wenn ein dichterer, gastronomischer Stil angestrebt wird.
Rebsorten – regionale Handschriften
•Provence (Frankreich): Grenache, Cinsault, Syrah, Mourvèdre, Tibouren → hell, trocken, mineralisch-präzise.
•Rhône (Tavel AOC): Grenache, Cinsault u. a. → würzig, körperreich, einziger Rhône-Cru ausschließlich für Rosé.
•Spanien: Garnacha, Tempranillo → aromatisch intensiver Rosado (Navarra, Rioja).
•Italien:Chiaretto (Corvina, Rondinella, Molinara) frisch-salzig; Cerasuolo d’Abruzzo (Montepulciano) tiefer und strukturierter.
•Deutschland & Österreich:Spätburgunder/Pinot Noir, Zweigelt → kühle Frucht, klare Säure, trocken geführt.
•Griechenland:Xinomavro (Amyndeon) mit Mineralik und Kräutern; Agiorgitiko (Nemea) saftig-kirschbetont mit feiner Würze.
Sensorisches Profil
Farbe: von blassem Lachs bis Kupfer.
Nase: rote Beeren, Zitrus, Pfirsich; je nach Herkunft Kräuter, florale und mineralische Noten.
Gaumen: trocken, lebendig, elegant; feine Säure, moderater Alkohol, klare Textur statt Süße. Die besten Beispiele kombinieren Frische, Stringenz und Länge.
Historische Wurzeln – die Provence als Referenz
Seit der Antike (griechische Siedler aus Phokäa ab dem 6. Jh. v. Chr.) gilt die Provence als Referenz für hellfarbige, bekömmliche Weine, die modernen Rosés ähneln. Diese Tradition prägt bis heute das Qualitätsverständnis: transparent, trocken, herkunftsbetont.