Alter Olivenbaum vor moderner Architektur, ruhiger Hof mit klaren Linien und Schatten.

Domaine Papagiannakos

Die Attika wird oft zuerst mit Retsina, Sonne und Nähe zu Athen assoziiert – aber nur selten mit präzisem, terroirbezogenem Weißwein. Genau hier setzt die Domaine Papagiannakos an.

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Domaine Papagiannakos Granatus

€13,90
Regulärer Preis €13,90
Stückpreis€18,53l
Verfügbar in 1 jahrgang

    Domaine Papagiannakos Assyrtiko Ausverkauft

    €14,50
    Regulärer Preis €14,50
    Stückpreis€19,33l

    Herkunft und Positionierung des Weinguts

    Nur wenige Kilometer südöstlich von Athen, in der sonnenreichen Ebene von Mesogaia in Attika, liegt die Domaine Papagiannakos. Seit über 100 Jahren arbeitet die Familie in dieser Landschaft und hat dabei stets mit autochthonen Rebsorten gearbeitet – allen voran mit Savatiano, der langen Zeit als einfache, kaum profilierte Sorte galt. Dass die Rebsorte heute in der Spitzengastronomie und im qualitätsorientierten Fachhandel wieder ernst genommen wird, ist auch dem konsequenten Qualitätskurs von Vassilis Papagiannakos zu verdanken.

    Lage und Terroir

    Das Weingut liegt rund um Markopoulo Mesogaia, nahe der Ägäis. Diese Lage ist klimatisch ein Vorteil: Die Nähe zum Meer bringt regelmäßig kühlende Brisen, die die sommerliche Hitze abpuffern. Die Reben stehen auf kalkhaltigen, kiesigen und teils tonigen Böden – genau jene Struktur, die notwendig ist, um Frische und Mineralität im Wein zu halten.

    Über 300 Sonnentage, wenig Niederschlag und konstante Meeresluft formen ein Mikroklima, das reife, gesunde Trauben ermöglicht. Entscheidend: Dieses Terroir liefert nicht Opulenz um jeden Preis, sondern eine sehr kontrollierte, ausgewogene Reife – ideal für einen Stil, der auf Klarheit und Herkunft setzt.

    Winzer, Geschichte und Philosophie

    Die Familiengeschichte beginnt 1919. Heute führt Vassilis Papagiannakos den Betrieb in dritter Generation und verbindet önologisches Fachwissen mit einem sehr klaren Verständnis für regionale Weinidentität. Nach Ausbildung und Reisen war für ihn der Weg vorgezeichnet: Savatiano sollte nicht länger bloß Basiswein sein, sondern als ernstzunehmende Weißweinsorte zeigen, was das attische Terroir kann.

    2007 entstand ein bioklimatisches Weingut – das erste dieser Art in Griechenland. Dieses Gebäude ist kein Prestigeprojekt, sondern Ausdruck einer Arbeitsweise: energieeffizient, landschaftlich integriert, mit natürlicher Belüftung und Nutzung von Sonnenenergie. Nachhaltigkeit ist hier nicht nachträglich aufgesetzt, sondern Teil des Betriebskonzepts.

    Rebsorten und Weinberge

    Die Domaine bewirtschaftet rund 60 Hektar im Zentrum der attischen Ebene. Der Schwerpunkt liegt bewusst auf heimischen Sorten:

    Savatiano – älteste und wichtigste Rebsorte der Region; alte Buschreben, teils über 50 Jahre, liefern konzentrierte Trauben.
    Malagouzia – aromatisch, feinwürzig, meist Mitte August gelesen.
    Assyrtiko – bringt Struktur, Salz und Spannung; bevorzugt auf kalkreichen Lagen.
    •Ergänzend: Agiorgitiko, Cabernet Sauvignon, Merlot für die Rotweine.

    Die Lese erfolgt manuell zwischen Mitte August und Anfang September. Alte Reben, bewusst niedrige Erträge und vielfach nicht bewässerte Anlagen (dry farming) dienen demselben Ziel: Dichte im Lesegut, keine Verwässerung, klare Sortenausprägung.

    Stilistik und Kellerdenken

    Typisch für Papagiannakos ist eine sehr saubere, präzise Aromatik ohne Überreife. Statt üppiger, breitgezogener Weine entstehen Weißweine mit klarer Kontur, feiner Säureführung und erkennbarem Bodenausdruck.

    Gerade der Savatiano zeigt hier, wie modern diese Sorte interpretiert werden kann: Es gibt frische, duftige Varianten für Gastronomie und Glasweise, aber auch substanzielle, teils im Holz ausgebaute Versionen, die länger reifen können.

    Malagouzia und Assyrtiko bilden das mediterrane Gegenstück: warme Herkunft, aber kühle Führung. Bei den Rotweinen – zum Beispiel beim „Erythros“ – steht Strukturiertheit vor Fruchtfülle. Das macht die Weine gastronomisch interessant und fern von kurzlebigen „Fruchtbomben“.

    Portfolio – zentrale Weine

    Savatiano Old Vines: Leitwein des Hauses, von sehr alten, nicht bewässerten Rebstöcken auf kargen Kalkböden. Zitrus, weiße Blüten, mediterrane Kräuter, am Gaumen Spannung und Salz.
    Kalogeri Malagouzia: Duftige, florale Nase, feine Kräuternoten, lebendige Säure – ideal für die moderne mediterrane Küche.
    Assyrtiko Papagiannakos: Mineralisch, straff, mit maritimer Frische – ein Stil, der Attika eine Alternative zu Santorin liefert.
    Retsina Papagiannakos: moderner, reduzierter Retsina-Ansatz auf Savatiano-Basis; Harz ist hier Würze, nicht Dominanz.
    Granatus Rosé (Cabernet Sauvignon & Agiorgitiko): fruchtbetont, aber nicht beliebig.
    Erythros Red: strukturiert, ausgewogen, mit Blick auf Langlebigkeit.

    Die Produktion bleibt bewusst begrenzt, der Export geht in etablierte Märkte (u. a. Deutschland, Frankreich, UK, USA) – ein Hinweis darauf, dass das Profil international verstanden wird.

    Der Signature Wine: Savatiano Old Vines

    Der „Savatiano Old Vines“ ist der Wein, an dem sich das Haus messen lassen will. Alte, nicht bewässerte Rebstöcke, kalk- und kiesreiche Böden, niedriger Ertrag: Das Ergebnis ist ein Savatiano, der nicht mehr mit der früheren, einfachen Attika-Interpretation vergleichbar ist.

    Aromatisch zeigt er eher Zitrus, Blüte, Kräuter als tropische Opulenz; am Gaumen Dichte, salzige Mineralität, sehr gute Textur. Genau dieser Wein erklärt, weshalb Papagiannakos als einer der Betriebe gilt, die den Savatiano rehabilitiert haben.

    Zwei Menschen stoßen im Weinberg mit Weinflaschen an und lächeln sich herzlich an.

    Über uns

    Träne der Olive